Geriatrische Frührehabilitation

Leistungsspektrum

Von besonderer Bedeutung ist die ganzheitliche Betrachtung des Gesundheitszustandes und der Lebenssituation des Patienten. Diese Kenntnisse stellen eine wesentliche Grundlage für eine individuelle Therapie dar, bei der nicht nur das kalendarische Alter betrachtet wird. Dazu dient als diagnostisches Hilfsmittel das so genannte „geriatrische Assessment“. Dieses gibt Hinweise darauf wie der Alltag bewältigt werden kann.

Assessment Geriatrische FrührehabilitationAnhand der Untersuchungsergebnisse aus den Assessments (Einschätzungsinstrumente) und im Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen wird gemeinsam ein konkretes, erreichbares Behandlungsziel festgelegt.

Die für jeden Patienten individuelle Therapie wird im geriatrischen Team geplant und besprochen. Das geriatrische Team besteht aus dem leitenden Geriater, einer Assistenzärztin oder einem Assistenzarzt, Gesundheits- und Krankenpflegern, zum Teil mit der Zusatzqualifikation wie der Fachweiterbildung Geriatrie, Physiotherapeuten, der Ergotherapeutin, dem Logopäden und der Sozialarbeiterin. Die einzelnen Behandlungen werden individuell in einem Behandlungsplan aufeinander abgestimmt.

An welche Patienten richtet sich die geriatrische Frührehabilitation?

Sinn dieser Einrichtung ist es, betagte Menschen, die auf Grund einer anderen Krankheit in unserem Krankenhaus behandelt werden müssen, so weit wie möglich zu rehabilitieren. Die Anmeldung in der geriatrischen Frührehabilitation geht von der behandelnden Abteilung aus. Der geriatrische Arzt entscheidet dann, ob Behandlungsbedarf oder Behandlungsmöglichkeiten gegeben sind.

Rehabilitationsziele sind in aller Regel die Rückkehr in die eigenen vier Wände und falls dies nicht möglich sein sollte, eine frühzeitige und klare Entscheidung, welche Alternativen für den Betreffenden möglich sind.

In der Geriatrie haben sich die sogenannten „Assessments“ (Einschätzung/Beurteilung) bewährt. Dabei werden Menschen auf bestimmte fehlende Fähigkeiten untersucht, um festzustellen:

  • ob diese Fähigkeitsstörungen oder Behinderungen zu beseitigen sind.
  • Welche anderen Stärken (Ressourcen) der Betreffenden dazu verwandt werden können, um diese Fähigkeitsmängel auszugleichen.
  • Wie man mit externen Hilfen (Hilfsmittel, z. B. Rollator) oder Pflegediensten (Essen auf Rädern) zufriedener leben kann.

 

Das therapeutische Team

Basis einer jeden Behandlung in der Geriatrie ist das interdiziplinäre therapeutische Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeitern. Unter der Leitung eines Arztes wird individuell ein Rehabilitationskonzept formuliert und ein Rehabilitationsplan erarbeitet. Das Team tauscht sich regelmäßig in Teambesprechungen aus, die Inhalte werden dokumentiert. Im Verlauf wird entschieden, ob eine geriatrische Frührehabilitation indiziert ist.
Ärzte
Der Arzt leitet die gemeinsame Behandlung im therapeutischen Team und trägt die medizinische Gesamtverantwortung. Er ist ebenso für die ärztliche Dokumentation und den Dialog mit den Kostenträgern verantwortlich.
Im Marienhospital finden täglich eine Visite und wöchentlich eine Chefarztvisite statt.
Pflege
Die Pflegefachkräfte arbeiten nach dem Prinzip der aktivierenden Pflege. Diese Form der Pflege soll die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Patienten fördern. Die vorhandenen Fähigkeiten des Patienten werden unterstützt, sodass dieser unter Beaufsichtigung und Anleitung selbst aktiv sein kann.
Physiotherapie

Physiotherapie (Krankengymnastik) in der Geriatrie bedeutet Körperarbeit zur Erhaltung und Verbesserung von Selbständigkeit und Lebensqualität, orientiert an der Problematik älterer Patienten. Darum ist es unsere Aufgabe Bewegungen funktionell in Gang zu setzen bzw. anzubahnen.
Physiotherapeuten führen mit ihren Patienten Bewegungsübungen durch, ergänzt durch Lagerungen und Dehnungen. Die Behandlungen können einzeln oder in einer Gruppe durchgeführt werden: in der Einzeltherapie kann gezielt und individuell gearbeitet werden, in der Gruppe wird die anregende Wirkung des Miteinander genutzt.

Wir betreuen Sie

  • nach operativen Eigriffen an Gelenken, z.B. künstlicher Gelenkersatz an Knie, Hüfte und Schulter
  • nach Bandscheibenoperationen, Wirbelsäulenversteifungen
  • nach Herz- und Atemwegserkrankungen
  • bei neurologischen Erkrankungen, z.B. nach Schlaganfällen, bei Morbus Parkinson.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, können die Patienten die Therapie in unserer
Ambulanz fortführen.


Ergotherapie

ErgotherapieTherapieinhalte sind z. B.: Gleichgewichts-, Kräftigungs- und Ausdauerübungen, Gedächtnistraining, psychische Stabilisierung, Belastbarkeitstraining, Körperwahrnehmung.

Sozialdienst

Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten und helfen in sozialen und sozial-rechtlichen Fragen.


Schwerpunkte

  • Vermittlung von AHB (stationär und ambulante Versorgung),
  • Beratung und Vermittlung von Kurzzeitpflegeplätzen/Heimplätzen,
  • sozialrechtliche Beratung,
  • Beratung bzgl. Schwerbehindertenausweis,
  • Information bzgl. Gesetzliche Betreuung, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen etc.
  • Beratung und Vermittlung von ambulanten Hilfen, z. B. ambulante Pflege, erfolgt durch die Überleitungspflege
Logopädie

LogopädieDie Logopädie beschäftigt sich mit der Therapie von Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen, Schluckstörungen und Hörbeeinträchtigungen.

Durch eine Schädigung des Gehirns, sehr häufig durch einen Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma, kann es zu Beeinträchtigungen der Sprache, der Stimme und des Schluckens kommen.

Die Therapie wird auf die jeweiligen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, um gezielt auf die unterschiedlichen Probleme eingehen zu können.

Ansprechpartner:

Geriatrische Frührehabilitation
Krankenhaus Steinfurt
Mauritiusstraße 5
48565 Steinfurt

Leitender Arzt
Christoph J. Konermann

Tel.: 02552 79-1226
Fax: 02552 79-1181