Marienhospital Münsterland - Abteilung für Psychosomatik

Psychotherapeutische Medizin

Seit 1983 besteht die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am Marienhospital Münsterland. Im Jahr 2005 wurde neben der vollstationären Behandlung am Standort in Laer die Tagesklinik in Altenberge gegründet
Therapiekonzept

Angeboten werden stationäre und teilstationäre psychosomatisch-psychotherapeutische Komplexbehandlungen mit ärztlicher bzw. psychologischer Einzelpsychotherapie, Gruppenpsychotherapie, wöchentlicher schriftlicher Behandlungsplanung und weiteren spezifischen psychotherapeutischen Techniken wie z. B. Kunst-, Ergo-, Bewegungs- und Sporttherapie sowie Physiotherapie.
Das Therapiekonzept beinhaltet tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie mit Integration von Elementen aus der kognitiven Verhaltenstherapie, der systemischen Familientherapie und der imaginativen Traumatherapie. Störungsspezifische Konzepte bestehen für  Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (Dialektisch-Behaviorale Therapie nach M. Linehan) und für Angstpatienten (Integration von verhaltenstherapeutischen Elementen, insbesondere Angstexpositionstrainig bzw. Verhaltensexperimente).

Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung besteht in der Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzstörungen seelischer Ursache bzw. mit psychischen Folgewirkungen anhaltender körperlicher Schmerzen. Diese Patienten werden nach einem multimodalen Behandlungskonzept behandelt, das nachweislich stabile Langzeiteffekte bewirken kann.

Besonderen Stellenwert und zentrale Bedeutung für die Arbeit der Klinik hat die therapeutische Beziehung, d. h. das therapiefördernde Zusammenwirken von Therapeuten und Patient, basierend auf Wertschätzung, Echtheit und Empathie (Einfühlungsvermögen). Die Patienten sollen sich in der Einrichtung gut aufgehoben und sicher fühlen, dazu bedarf es eines tragfähigen und belastbaren Verhältnisses zu den Therapeuten, geprägt von Offenheit, Aufrichtigkeit und Kritikfähigkeit.

Die Gemeinschaft in den Therapiegruppen dient als Lern- und Übungsfeld, um über störungsrelevante Konflikte und Problemthemen sprechen zu können und in einem geschützten Rahmen neue Wege zu gehen, alternative Denk- und Verhaltensmuster auszuprobieren und hilfreiche emotionale Erfahrungen zu machen. Ziel der Behandlung ist nicht nur die Beseitigung der Symptome, sondern die Entwicklung eines ganzheitlichen Krankheitsverständnisses und die Nutzung innerseelischer Kräfte der Patienten zum Erreichen einer nachhaltigen Stabilisierung des seelischen Befindens.
Der Behandlung liegt ein ganzheitliches Menschenbild zugrunde, das den Menschen bezogen auf biopsychosoziale Aspekte seiner akuten Lebenssituation vor dem Hintergrund einer lebensgeschichtlichen Entwicklung betrachtet. Diese Aspekte werden hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Entstehung der Symptome, die Aufrechterhaltung der Krankheit und der Verhinderung von Lösungen untersucht und in die Entwicklung alternativer Lösungswege einbezogen. Dabei wird im Vergleich zu anderen medizinischen Fachgebieten „nicht dem Körperlichen weniger, sondern dem Seelischen mehr Aufmerksamkeit geschenkt“ (Weiss und English, 1949). Insgesamt sind alle in unserer Klinik angewandten Therapieverfahren wissenschaftlich fundiert und haben sich in unterschiedlichen Studien als höchst wirkungsvoll und effizient erwiesen.

Zugangsmöglichkeiten

Zunächst wird nach Überweisung des niedergelassenen Arztes ein Vorgespräch geführt, in dem der Patient Gelegenheit hat, sein Anliegen zu äußern, es werden Informationen über Symptome, Krankheitsgeschichte sowie über die berufliche und familiäre Situation erhoben. Mögliche Therapieziele werden gesprochen, das Therapiekonzept erklärt und alternative Behandlungsmethoden benannt. Sollte die Aufnahme in unseren stationären / tagesklinischen Bereich vereinbart werden, wird der Patient auf eine Warteliste genommen und telefonisch oder schriftlich über den Aufnahmetermin informiert.

Die Vorgespräche für stationäre Behandlungen finden in der Klinik in Laer, für die teilstationäre Behandlung in der Tagesklinik in Altenberge statt. Für die Vereinbarung eines Vorgesprächstermins wenden Sie sich bitte direkt an das entsprechende Sekretariat.

Behandlungsdauer und Kostenübernahme

Die Behandlungen dauern sowohl im vollstationären als auch im tagesklinischen Bereich erfahrungsgemäß mindestens 6 Wochen. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 2009 im stationären Bereich 49 und in der Tagesklinik bei einer Therapie an 5 Tagen die Woche 38 Tage.

Finanziert wird der Aufenthalt durch die gesetzlichen bzw. privaten Krankenkassen und die Beihilfestellen. Ein vorheriges Antragsverfahren ist nicht erforderlich, die Aufnahme erfolgt durch Einweisung eines niedergelassenen Haus- oder Facharztes.

Atmosphäre
Patientenzimmer in der Abteilung für Psychsomatik am Marienhospital MünsterlandIm stationären Bereich in der Klinik in Laer gibt es 14 Einzel- und 22 Doppelzimmer, jeweils mit eigener Dusche und Toilette. In gewissem Umfang ist es möglich und auch gewünscht, persönliche Gegenstände wie z. B. Fotos von Angehörigen mitzubringen und die Zimmer individuell zu gestalten. Insgesamt soll eine sterile Krankenhaus-Atmosphäre vermieden werden, daher sind die Räumlichkeiten wohnlich und einladend gestaltet. Hinzukommen Aufenthaltsräume mit Fernsehen, ein Meditationsraum, eine große Cafeteria, eine Besucher-Cafeteria und mehrere Teeküchen.
Therapiebausteine
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie
  • Kunsttherapie
  • Ergotherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Physiotherapie
  • Beratung durch die Sozialarbeiter
  • Rollenspielgruppe
  • Schmerzgruppe
  • Angstbewältigungsgruppe
  • Körperwahrnehmungsgruppe
  • Imaginative Verfahren
  • Entspannungsverfahren wie Autogenes Training und
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Aktivgruppe für Patienten mit Gewichtsproblemen
  • Skills- und Basisgruppe für Borderline-Patienten

Informationen für Bewerber (m/w) für eine Arztstelle

Informationen für Psychologen

Wir bieten jedes Jahr zwei bis drei Plätze für Psychotherapeuten in Ausbildung im Rahmen der praktischen Tätigkeit II (PT2) an. Hier erhalten Sie Informationen:

  • über die Abteilung, PT2 und über die Möglichkeiten eines Praktkums.
  • zur Vereinbarung über die Tätigkeitsbereiche der PT2. 
Ansprechpartner:

Psychosomatik und Psychotherapie
Pohlstraße 21
48366 Laer

Chefarzt
Dr. med. Matthias Heyng

Tel.: 02554 18-0
Fax: 02554 18-1400