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Abendvisite im Krankenhaus Steinfurt

Immer am 4. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal

23. August 2016. Hüftgelenksleiden - ein Volkskrankheit!

Das Hüftgelenk gehört zu den hochbelasteten Gelenken unseres Körpers. Abhängig vom Lebensalter und somit von der Nutzungsdauer, von Fehlstellungen, Übergewicht oder
Verletzungen kann es zu Abnutzung des Knorpels und somit zur Ausbildung der Verschleißerkrankung kommen.

Informiert werden soll über die unterschiedlichen Behandlungsmethoden im Endoprothetikzentrum des Marienhospitals Münsterland. Dazu zählen sowohl konservative wie operative Verfahren.

Referent: Leitender Oberarzt Hans-Ulrich Sembowski
(Leiter des Endoprothetikzentrums)

27. September 2016: Akute Verwirrtheit im Alter (Delir)

Die akute Verwirrtheit, auch Delir genannt, ist häufig bei älteren bis hoch betagten Patienten im Krankenhaus anzutreffen. Die Häufigkeit kann in Zahlen bei 30 bis 60 % der über 80jährigen beziffert werden.

Ein Fallbeispiel aus dem klinischen Alltag führt in die Problematik ein. Es folgt im Anschluss eine Darstellung der Symptome sowie eine Aufarbeitung der verschiedenen Formen. In Abgrenzung zur chronischen Verwirrtheit ( Demenz )  wird kurz auf die Unterscheidungskriterien eingegangen.

Die vielfältigen möglichen Ursachen eines Delirs werden erörtert. Insbesondere wird auf den Einsatz von Medikamenten eingegangen. Abschließend erfolgt eine Darstellung der Behandlungsmöglichkeiten.

Leitender Arzt Christoph J. Konermann
(Geriatrische Frührehabilitation)

25. Oktober 2016:Schlafstörungen

Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Phänomen. Bis zu einem Drittel der Allgemeinbevölkerung klagt zumindest zeitweise über Ein- oder Durchschlafstörungen oder einen nicht ausreichend erholsamen Schlaf.

Der Vortrag gibt einen Überblick über unterschiedliche Formen und Ursachen von Schlafstörungen und zeigt Möglichkeiten und Grenzen der Vorbeugung, der medikamentösen und sonstigen Behandlungsformen.

 

Referent: Chefarzt Dr. med. Matthias Heyng (Psychosomatische Medizin)

22. November 2016: Schlaganfall und Carotisstenose: Was tun bei Verengung der Halsschlagader? Was spricht für die Operation, was spricht für einen Stent?

Jedes Jahr erleiden ungefähr 265.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die Deutsche Gefäßliga geht davon aus, dass bei einem Teil dieser Patienten eine Verengung der Halsschlagader (Carotisstenose) der Auslöser für den Schlaganfall ist.

Die Carotisstenose ist eine krankhafte Veränderung der Halsschlagader. Durch Kalkablagerungen in der Ader wird der Blutdurchfluss in den Kopf beeinträchtigt. Doch nicht nur die Unterversorgung des Gehirns ist eine Folge. Vielmehr können sich die Ablagerungen auch lösen und als Gerinnsel ins Gehirn wandern.

Mit einer Ultraschalluntersuchung können die Engstellen sichtbar gemacht werden und sogar die Durchflussgeschwindigkeit des Blutes gemessen werden. Um die Verengung zu behandeln und als Schutz vor einem späteren Schlaganfall reicht je nach Grad der Verengung die Einnahme von Medikamenten sowie die regelmäßige Kontrolle durch den Hausarzt. Bei einigen Patienten ist jedoch eine Operation erforderlich. Dafür gibt es verschiedene Verfahren. So können die Ablagerungen abgetragen werden. Als ein neueres Verfahren hat sich die Aufweitung der Engstelle mit einem Stent etabliert.

Der Vortrag informiert über die Ursachen der Carotisstenose und deren operative Behandlungsmöglichkeiten.

Referent: Chefarzt Dr. med. Thomas Wentzler
(Gefäßchirurgie)

Abendvisite: Nachlese

Hier können Sie Informationen zu vergangenen Veranstaltungen der Reihe "Abendvisite" nachlesen.
Wenn Schmerz sich verselbstständigt: Oberarzt Dr. Thomas Bade informierte auf der aktuellen „Abendviste“ (04/2016)
Akuter Schmerz macht auf Verletzungen aufmerksam, die im Normalfall wieder heilen und keine störenden Wahrnehmungen zurücklassen. Anders verhält es sich mit chronischen  Schmerzen, für die es keine organischen Befunde gibt, die jedoch nicht wieder verschwinden wollen. Mediziner sprechen von Chronifizierung, wenn ein Schmerz mehr als sechs Monate anhält, ohne dass die Ursache eindeutig diagnostiziert werden kann.
Dr. med. Thomas Bade, leitender Oberarzt der psychosomatischen und psychotherapeutischen Abteilung des Marienhospitals in Laer und Altenberge, referierte in einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“. Sein Thema: „Psychosomatisch-psychotherapeutische Diagnostik und Therapie von chronischen Schmerzerkrankungen“.
Bis zu 8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. „Rund 600000 benötigen dringend eine spezielle schmerztherapeutische Behandlung“, so der  Mediziner. 25 Prozent von ihnen leiden an einer sogenannten „manifesten Depression“, 50 Prozent hatten mindestens eine depressive Phase in ihrem Leben.
„Chronischer Schmerz kann Folge eines gestörten Gleichgewichtes sein“, so Bade. Der Schmerz ist nicht eingebildet oder herbeigeredet, er ist real. Das „Schmerzgedächtnis“ des Gehirns spielt dabei oft eine große Rolle, denn: Bleiben Schmerzen länger Zeit unbehandelt, können sie sich „verselbstständigen“.
„Möglicherweise ist bei Betroffenen die Balance zwischen Arbeit, Entspannung, sozialen Kontakten und  Zukunftserwartungen nicht ausgeglichen“, erläuterte der Experte. Länger anhaltender physischer und psychischer Stress spielen bei der Problematik oftmals eine Rolle.
Um einer Chronifizierung entgegen zu wirken, empfahl Bade unter anderem die frühzeitige ausreichende Schmerzmedikation, eine aktive Schmerzbewältigung und die Annahme der Unterstützung aus dem privaten und therapeutischen Umfeld. Er vermittelte darüber hinaus Leitlinien allgemeiner Behandlungsgrundsätze chronisch schmerzkranker Menschen. Dazu gehören eine ausführliche Schmerzanalyse mit entsprechenden Informationen, eine angemessene medikamentöse Behandlung, regelmäßige Bewegung und psychotherapeutische Maßnahmen.
Nicht spät zu Abend essen - Chefarzt Dr. Klaus Waltermann berichtet über die Volkskrankheit „Reflux“ (Abendvisite 3/2016)

Bis zu zehn  Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet täglich an „Sodbrennen“. Ein brennender Schmerz entlang der Speiseröhre macht den Betroffenen zu schaffen. Geschieht das nur gelegentlich, ist es nicht gleich Grund zur Beunruhigung. Mediziner sprechen allerdings von „Refluxkrankheit“, wenn die Menge des sauren Magensaftes, der wieder in die Speiseröhre aufsteigt, krankhaft erhöht ist.
In einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ im Marienhospital Steinfurt informierte Dr. med. Klaus Waltermann, Chefarzt der inneren Abteilung /Gastroenterologie über Entstehung, Symptomatik und Behandlungsmöglichkeiten dieser Volkskrankheit. Ein zahlreiches Publikum belegte das große Interesse an diesem Thema.

„Ursachen der Refluxkrankheit können unter anderem Zwerchfellbruch, verminderter Schließdruck am Mageneingang oder auch ein erhöhter Druck im Bauchraum sein“, erläuterte Dr. Waltermann. Die Symptome der Krankheit reichen vom bekannten Sodbrennen über saures Aufstoßen und Schluckstörungen bis hin  zu Husten, Heiserkeit und häufigem Räuspern. Treten solche Warnsymptome gehäuft auf rät der Gastroenterologe, einen Arzt aufzusuchen. Allgemeine Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden können unter anderem in einer Gewichtsreduktion  bei Übergewicht , der Vermeidung von spätem Abendessen und Alkoholgenuss sowie der Verminderung oder Aufgabe des Rauchens liegen. „Auch, sich beim Schlafen auf die linke Seite zu legen kann Beschwerden reduzieren“, so der Experte.

Eine genaue Diagnose erfolgt durch Endoskopie, Magenspiegelung. Ebenso ist die ph-Metrie möglich, bei der eine Sonde durch die Nase in die Speiseröhre eingeführt wird. 24 Stunden lang wird dabei permanent der ph-Wert gemessen. Eine medikamentöse Behandlung, sagt Waltermann, sei in den meisten Fällen effektiv und nebenwirkungsarm. Üblich sind heute Säureblocker, die „Protonenpumpeninhibitoren“ (PPI). Sie vermindern die Säureproduktion im Magen. 
Die operative Behandlung der Refluxkrankheit empfiehlt er nur in Ausnahmefällen.

Nieren mehr Beachtung schenken - Chefarzt Dr. Bautsch referierte über ein wichtiges Gesundheitsthema (Abendvisite 2/2016)
Die Nieren sind lebenswichtige Organe, auf die man gut acht geben sollte. Was wie eine „Binsenweisheit“ klingt, die sowieso jeder kennt, wird von vielen Menschen nicht  genügend ernst genommen. Die so genannte „chronische Nierenerkrankung (CKD)“ ist eine eher unbekannte Volkskrankheit. So bezeichnet sie die Deutsche Nierenstiftung.
In einer neuen Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ im Marienhospital Steinfurt befasste sich Chefarzt Dr. med. Bernd-Walter Bautsch - Allgemeine Innere Medizin -  mit diesem Thema.
„Eine endgültige Nierenschädigung, die so genannte „terminale Niereninsuffizienz“, ereilt in Deutschland etwa 175 Personen pro einer Million Einwohner“, stellte der Arzt fest. Die Anzahl der Betroffenen steige jährlich um 3 bis 5 Prozent.
Als „Entgifter“ des Körpers sind die Nieren den meisten Menschen ein Begriff, doch sie erfüllen noch weitere Aufgaben: Die Nieren entsäuern das Blut, regulieren den Vitamin-D-Stoffwechsel und den Knochenhaushalt, sie produzieren das Blutbildungshormon und regulieren damit das Blutbild.
Nierenerkrankungen, dass ist das Tückische, verlaufen oft still und unbemerkt. „Je mehr Symptome wie beispielsweise Harndrang, Durst, Blässe, Schwäche oder gar blutiger Urin sich zeigen, desto weiter fortgeschritten ist das Nierenversagen“, erläuterte der Experte. „Sollte eine Nierenkrankheit diagnostiziert werden, aber die genaue Art der Erkrankung nicht feststehen, ist eine Nierenbiopsie besonders wichtig“, betonte Bautsch. Dabei handelt es sich um eine feingewebliche und elektronenmikroskopische Gewebeuntersuchung.
Zahlreiche Faktoren können sich als schädlich für Nieren erweisen. Die Bandbreite reicht von Infektionen über Strahlen und Giftstoffe bis hin zum Missbrauch von Schmerzmedikamenten und dem langfristigen Einsatz von Harnsäure senkenden Präparaten. Doch es gibt eine ganze Reihe von präventiven Maßnahmen, um Nierenerkrankungen vorzubeugen, erklärte der Mediziner. Dazu gehört es fleischärmer zu essen, Übergewicht zu reduzieren, einen Diabetes mellitus zu behandeln und auch ab einem Lebensalter von 55 Jahren regelmäßig einen Urologen zwecks Vorsorgeuntersuchung zu konsultieren. Allen, die an den Nieren erkrankt sind, rät der Doktor, einmal jährlich zum Nephrologen zu gehen, das Rauchen ganz einzustellen, den Blutdruck sehr genau einzustellen, Blutfette zu senken und regelmäßig Sport zu treiben. „Die Früherkennung“, hob Bautsch abschließend hervor, „ist ganz besonders wichtig.“
Volkskrankheit Osteoporose - Wege der Vorbeugung und Behandlung (Abendvisite 01/2016)

Zirka 7,8 Millionen Menschen in Deutschland sind von Osteoporose betroffen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt sie zu den zehn häufigsten Erkrankungen. Die Knochen werden dabei stärker ab- als aufgebaut. Die Knochenfeinstruktur bildet sich zurück, was letztlich die Knochenstärke negativ beeinflusst und ein erhöhtes Risiko bedeutet, sich bereits bei leichten Stürzen eine Fraktur zuzuziehen.
Mit der besonders bei Frauen auftretenden Erkrankung befasste sich Dr. med. Christoph Schulte, in Rheine niedergelassener Facharzt für Orthopädie, in einer neuen Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ im Marienhospital, Krankenhaus Steinfurt.

„Osteoporose ist ein stiller Dieb“, so der Arzt, denn der Krankheitsverlauf beginnt schleichend und zunächst symptomlos. Knochenmasse und Knochensubstanz verringern sich, bis schon alltägliche Belastungen zu einem Bruch führen können.

Zirka 40 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer über 50 Jahren erleiden solch eine osteoporosebedingte Knochenfraktur. Risikofaktoren sind unter anderem Bewegungsmangel und kalziumarme Ernährung, aber auch Langzeit-Kortisonbehandlungen, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus Typ I. und erblich bedingte Dispositionen. Knochenbrüche und Wirbelbrüche sind gefürchtete Konsequenzen. Eine vorbeugende Lebensweise kann dem Auftreten der Erkrankung entgegenwirken. So zum Beispiel ausreichende Kalziumversorgung, eine entsprechende Versorgung mit Vitamin D sowie die Vermeidung von Rauchen und Untergewicht, erläuterte der Experte. Zur Diagnose wird die Osteodensitometrie favorisiert. Bei der so genannten „DXA-Methode“  handelt es sich um ein sehr zuverlässiges Messverfahren zur Bestimmung der Knochendichte.

Liegt definitiv Osteoporose vor, gibt es eine Reihe von Behandlungsmethoden. Betroffenen wird angeraten, sich  knochenfreundlich zu ernähren, sich ausreichend zu bewegen, Stürze wenn möglich zu vermeiden und Osteoporosemedikamente – je nach Verordnung - regelmäßig einzunehmen. Ärztlich sollte die ausreichende Kalzium-Grundversorgung sichergestellt, darüber hinaus auf einen angemessenen Vitamin-D-Spiegel geachtet werden.

„Eine medikamentöse Behandlung kann jeden zweiten Wirbelbruch vermeiden“, fügte Schulte hinzu.

Verdacht auf Thrombose unbedingt abklären (10/2015)

40.000 tödliche Lungenembolien treten in Deutschland jährlich auf, rund 800.000 Patienten leiden unter einem „postthrombotischen Syndrom“. Dies zeigt sich etwa in Form eines „offenen Beines“, wie es oft genannt wird.

Chefärztin Dr. med. Petra Vieth, Fachgebiet Angiologie (Gefäßheilkunde), informierte in einer weiteren Folge der Vortrags-Reihe „Abendvisite“ im Marienhospital am Standort Steinfurt zum Thema „Die tiefe Beinvenenthrombose“.

Thrombosen entstehen meistens durch ein Gerinnsel in einem Blutgefäß. Solche gefährlichen Verschlüsse ereignen sich oft in den tiefen Bein- und Beckenvenen. Gelangt ein abgespaltetes Teil des Gerinnsels durch den Blutkreislauf über das Herz in die Lunge, kommt es dort zum Verschluss lebenswichtiger Gefäße und damit zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie.
Dr. Vieth erläuterte, welche Faktoren das Auftreten einer Thrombose begünstigen. Dazu gehören fehlende Bewegung sowie die krankhaft erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes. Bewegungsmangel etwa bei längerem Liegen nach einer Operation, vererbte Thromboseneigung oder Veränderungen im Hormonhaushalt wie bei einer Schwangerschaft oder der Einnahme der Antibabypille sind weitere Risikofaktoren. Ebenso auch höheres Alter oder starkes Übergewicht. Eine der Therapiemöglichkeiten besteht darin, Blutgerinnungshemmer zu verabreichen.

„Die Symptomatik ist ausgesprochen unspezifisch“, betonte die Expertin. So ist es oft schwierig, eine hundertprozentige Diagnose zu stellen. Symptome können eine Schwellung des betroffenen Beines sein, Schmerzen, Spannungsgefühle, schwer zu beschreibende Missempfindungen und anderes. „Beim Verdacht auf Thrombose muss unbedingt eine diagnostische Abklärung erfolgen“, schärfte die Chefärztin ihrem Publikum ein. Ebenso bedürfe jeder klinische Verdacht auf eine Lungenembolie der sofortigen medizinischen Abklärung. Zur klinischen Symptomatik zählen unter anderem akut auftretende Luftnot, schnelle Atmung, Herzrasen sowie Angst- und Beklemmungsgefühle.

Zu den Zielen der Therapie bei Beinvenenthrombose gehören die Verhinderung der Lungenembolie sowie des so genannten „postthrombotischen Symptoms“, das sich schließlich in deutlich sichtbaren Hautschäden äußert. Allgemein bekannt ist die „Kompressionstherapie“ mit Kompressionsbinden oder speziellen Strümpfen.

Depression ist eine Volkskrankheit (09/2015)

„Depressionen sind behandelbar“ lautete die gute Nachricht, die Dr. med. Matthias Heyng seinen Zuhörern bei der jüngsten „Abendvisite“-Vortragsveranstaltung im Marienhospital am Standort Borghorst verkündete. Vor wenigen Tagen stand dort das Thema „Volkskrankheit Depression“ auf dem Programm. Obschon stärker im Blickpunkt der Öffentlichkeit gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Beweise für eine zunehmende Zahl depressiver Störungen.

Das Publikum war zahlreich und dieses große Interesse zeugte von der Betroffenheit vieler Menschen. Referent Heying ist Chefarzt der psychosomatischen Abteilungen des Marienhospitals in Laer und Altenberge.
Der früher oft als „Schwermut“ bezeichnete Zustand fällt nicht vom Himmel. Jede Depression hat ihre Ursachen und ist die Folge einer manchmal langen Entwicklung. Bis zu vier Millionen Menschen sind Schätzungen zufolge  in Deutschland betroffen, Frauen häufiger als Männer. Frühberentungen werden am Häufigsten durch psychische Störungen verursacht. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, erhöht sich unter anderem durch problematische Sozialbeziehungen, belastende Lebensereignisse, genetische Belastungen und körperliche Erkrankungen. Depressionen haben viele Gesichter und zeigen sich beispielsweise in bipolaren Störungen, besser bekannt als „manisch-depressive Krankheit“, als Burnout-Syndrom , als saisonale Depression in der dunklen Jahreszeit  oder auch in der Schwangerschaft. Schlimmstenfalls enden Depressionen mit Suizid (Selbsttötung). Suizidphantasien seien zwar noch keine konkrete Planung, sollten aber als erstes Warnzeichen ernst genommen werden, so Dr. Heyng.

Erste Anlaufstelle bei depressiven Störungen ist häufig der Hausarzt. Es gibt Möglichkeiten der Psychotherapie im ambulanten, tagesklinischen oder stationären Rahmen. Auch speziell entwickelte Medikamente sollten nicht von vornherein ausgeschlossen werden. „Ich verstehe, wenn jemand Psychopharmaka gegenüber skeptisch ist, doch sollten die Bedenken in einem ausführlichen Arztgespräch diskutiert werden“, rät Heyng.

Grundsätzlich könne es hilfreich sein, depressiven Menschen Gesprächsangebote zu signalisieren und für sie da zu sein. Allerdings solle man sie nicht drängen, betonte der Experte für Psychosomatik.

Ein „muss“ zur Operation gibt es nicht. Abendvisite zum Thema Kniegelenkverschleiß (08/2015)

Arthrose - Gelenkverschleiß -  ist eine nicht selten auftretende ärztliche Diagnose. Der Betroffene spürt sie, wenn die Knie bei Belastung schmerzen. Ist die Krankheit fortgeschritten, tut’s auch im Ruhezustand weh.

Mit diesem Thema befasste sich die jüngste Folge der „Abendvisite“-Vortragsveranstaltung im Marienhospital Münsterland am Standort Steinfurt. Oberarzt Hans-Ulrich Sembowski, Leiter des Endoprothetikzentrums, erläuterte Beschwerdebilder und Therapiemöglichkeiten. „Wir haben es hier mit einer Abnutzung des Gelenkknorpels zu tun“, erklärte der Mediziner vor rund 120 Zuhörern. Das heißt: Knochen reibt gegen Knochen. Besonders ältere Menschen leiden darunter.

Um die Beschwerden zu lindern stehen zunächst konservative Behandlungsmethoden zur Verfügung. Dabei werden Schmerzen reduziert und die Beweglichkeit des Knies verbessert. Die Möglichkeiten reichen von Kniegelenksbandagen über  Schuhranderhöhungen bis hin zu Physiotherapie und Medikamenten.
„Damit können operative Maßnahmen hinausgezögert oder sogar vermieden werden“, erläuterte der Oberarzt. Operationen mit  Implantation künstlicher Kniegelenke werden  oft in schweren Fällen wie zum Beispiel einer Varusgonarthrose empfohlen. „Doch die Entscheidung, ob operiert wird oder nicht, trifft der Patient“, hob der Experte ausdrücklich hervor.  Es liege daran, welchen Grad der Lebensqualität jemand bevorzuge. „ Wer damit zufrieden ist, ein Buch aus dem Regal zu nehmen, sich in seinen Sessel zu setzen und zu lesen braucht keine Operation“, erläuterte Sembowski ganz ohne Wertung. Wer jedoch auf den Erhalt körperlicher Aktivitäten Wert lege, komme im Extremfall an einer Operation  nicht vorbei. Grundsätzlich gebe es verschiedene Arten von Prothesen. Details für die  Implantation könnten heute am Computer geplant werden.
Ganz wichtig war dem erfahrenen Arzt jedoch: „Den Begriff Lebensqualität definiert jeder für sich“.

Halswirbelsäule kann echte Probleme bereiten Abendvisite befasste sich mit Therapiemöglichkeiten (06/2015)

Viele kennen diese Beschwerden: Kopf-, Schulter-, Armschmerzen und Muskelverspannungen bis hin zu Funktionsstörungen und Schwindel. Nicht selten sind degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule dafür verantwortlich. In einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ im Marienhospital Münsterland am Standort Steinfurt befasste sich Dr. Hans-Uwe Thal vor rund 85 Zuhörern mit dem Thema „Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen der Halswirbelsäule“. Der leitende Arzt der Sektion Wirbelsäulenchirurgie im Marienhospital zeigte Zusammenhänge zwischen Beschwerden und Ursachen auf.  Da der Halswirbelsäule eine zentrale Funktion für die Beweglichkeit des Kopfes zukommt ist sie im Laufe des Lebens erheblichen Belastungen ausgesetzt. Rückenmark oder austretende Nervenwurzeln können gequetscht werden, was zu hartnäckigen Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in Schultern, Arme und Hand führen kann. Im Extremfall treten Taubheitsgefühle oder sogar Lähmungen auf. 
Die Untersuchungsmethoden sind vielfältig und reichen  von Standard-Röntgenaufnahmen bis hin zur Magnetresonanztomographie (MRT), mit der man Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugen kann.

„Nach sorgfältiger Diagnostik wird entweder eine konservative oder operative Therapie vorgeschlagen“, sagte Thal, der auch als niedergelassener Arzt in der Praxis Heidl/Daubenspeck praktiziert. Konservative Behandlungen wie manuelle Therapien, Spritzen und Weiteres sollten erst ausgeschöpft werden, bevor über weitere Schritte nachgedacht wird. „Eine operative Behandlung erfolgt nach erfolgloser konservativer Behandlung bei Schmerzsymptomen“, so der Chriurg. Unverzüglich werde die Halswirbelsäule bei unerträglichen Schmerzen oder gravierenden Lähmungen operiert. Bei Bandscheibenvorfällen besteht beispielsweise die Möglichkeit, zur Linderung oder Beseitigung typischer Schmerzbilder zervikale Bandscheibenprothesen zu implantieren. Auf diese Weise wird auch die natürliche Beweglichkeit erhalten.

Stürzen im Alter sollte vorgebeugt werden (04/2015)
Wer stürzt, braucht vorher nicht einmal akrobatische Leistungen auf einer Leiter zu vollbringen. Meist passiert es völlig unerwartet bei alltäglichen Bewegungen aus dem Stand, beim Sitzen oder beim Liegen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet. Statistisch betrachtet stürzen 30 Prozent der über 65-Jährigen einmal jährlich, mit 80 steigt die Zahl bereits auf 50 Prozent.
Christoph Konermann, leitender Arzt im Marienhospital am Standort Borghorst und Spezialist für geriatrische Frührehabilitation, befasste sich jüngst mit diesem Thema. Zahlreiche Interessierte kamen in den großen Sitzungssaal des Krankenhauses, um dieser weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ zuzuhören.
„Eine gezielte Anamnese ist sehr wichtig, um die Gründe für einen Sturz herauszufinden“, so der Arzt. Es kann Zusammenhänge mit unerkannten Krankheiten oder auch mit der Einnahme bestimmter Medikamente geben.
„Grundsätzlich“, so Konermann, „verändern sich mit zunehmendem Alter jedoch auch die Ganggewohnheiten“. Es verkürzt sich die Schrittlänge, Arme schwingen zur Gleichgewichtsstabilisierung nicht mehr mit - auch diese Faktoren können einen Sturz begünstigen.
Muskeltraining ist bei vielen Seniorinnen und Senioren eine Möglichkeit, der Neigung zu Stürzen entgegen zu wirken. Dazu gibt es Krafttraining, Dehnungs- und Balanceübungen sowie Weiteres. Ganz wichtig ist allerdings, nicht einfach drauflos zu trainieren, sondern sich vorher fachkundigen Rat und Anleitung vom Arzt oder Physiotherapeuten zu holen. Zur Stärkung der Knochen ist unter anderem ein ausgewogener Vitamin-D-Spiegel bedeutsam.
Wer eine Sturzneigung nicht ernst nimmt, riskiert zum Teil schwere Verletzungen wie Knochenbrüche. Eine weitere Folge, so der Spezialist, sei oft eine wachsende Angst vor dem nächsten „Sturzereignis“, wie es in der Fachsprache der Mediziner heißt. Das gehe wiederum nicht selten mit dem fortschreitenden Rückgang körperlicher Aktivitäten einher, die im Alter ohnehin eingeschränkt seien.
Die Vortragsreihe „Abendvisite“ wird vom Marienhospital Münsterland, Krankenhaus Steinfurt, in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Steinfurt und der VHS Steinfurt durchgeführt.
Der Herzrhythmus muss stimmen (Abendvisite 02/2015)
Wenn das Herz nicht mehr richtig schlägt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Herzrhythmusstörungen haben allerdings viele Erscheinungsformen - von harmlosen Extraschlägen bis hin zum lebensbedrohlichem Herzkammerflimmern.
In einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ befasste sich Oberarzt Norbert Rücker, Spezialgebiet Angiologie (Gefäßerkrankungen), mit diesem Themenkomplex. Vor zahlreichem Publikum erläuterte er im großen Sitzungssaal des Marienhospitals am Standort Steinfurt, welche Diagnose- und Therapiemöglichkeiten es gibt.
Diagnostiziert werden können nur selten auftretende Herzrhythmusstörungen mit einem etwa scheckkartengroßen „Ereignis-Rekorder“, der auf die Haut geklebt oder implantiert wird. Bei schwerwiegenden, nicht geklärten Störungen werden spezielle Rekorder heute bereits eingespritzt.
„Bei krankhaft langsamen Herzschlägen unter 40 pro Minute und Pausen über fünf Sekunden wird ein Herzschrittmacher implantiert“, erläuterte Rücker. Ebenso, wenn der langsame Herzrhythmus Schwindel oder kurze Bewusstlosigkeit verursacht.
Wer mit einem Schrittmacher lebt, muss regelmäßige Kontrollen zur Überprüfung des Ladestandes der Batterie, der Schrittmacherspeicherung sowie der Schrittmachereinstellung ernst nehmen. Implantierbare Defibrilatoren überwachen nicht nur ständig den Herzrhythmus, sie geben auch einen Elektroschock ab, der bei Gefahr den normalen Rhythmus wiederherstellt.
Der Experte erläuterte verschiedene Erscheinungsformen wie beispielsweise das „Stolperherz“. Die Bandbreite der Gründe ist groß. Sowohl Emotionen wie Angst und Freude als auch Herzkrankheiten, Kalium- oder Magnesiummangel, Schilddrüsenüberfunktion und anderes können Verursacher sein.
„Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung“, erläuterte Rücker. Mehr als 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden daran. Durch die Begünstigung von Blutgerinseln bestehe allerdings die Gefahr eines Schlaganfalls. So sei für viele eine gerinnungshemmende Therapie angezeigt.
„Liegen beim Patienten keine schwerwiegenden Herzerkrankungen vor, ist die „Rhythmuspille“ eine Möglichkeit der Hilfe bei Anfällen von Vorhofflimmern“, so der Arzt.
Entgegen dem Vorhofflimmern gehört das „Herzkammerflimmern“ zu den lebensbedrohlichen Störungen. Es verursacht den „plötzlichen Herztod“, dem jährlich in Deutschland je nach Definition 65000 bis 200000 Menschen erliegen. Auch hier erläuterte der Arzt vorbeugende Therapien.
Ansprechpartner:

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Stephan Schonhoven
Mauritiusstr. 5
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